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30 Jahre Tiroler AutorInnen Kollektiv (TAK)

Die Aufbruchstimmung der 80er und frühen 90er Jahre hatte auch die literarische Szene der Stadt erfasst. Der Ausbruch aus einem bürgerlich-biedermeierischen Literaturverständnis stand im Mittelpunkt. 

„Literatur in Aktion“ im Rahmen aufkeimender (Jugend-)Kulturzentren war angesagt. Literarisch inszenierte Programmabende vom Liedermacher bis zum Aktionisten mit Lesung aus der Brieftasche waren ein Anfang. Der Wunsch nach Dokumentation und Publikation stieg. Als sich zu dem eine Gruppe engagierter Sozialarbeiter*innen aufmachte, gesellschaftliche Unzulänglichkeiten veröffentlichen zu wollen, schritt man an die Gründung der TAK – Tiroler Autorinnen und Autoren Kooperative. 

Nachdem der Verein für eine erste Anthologie mit sozialen Schwerpunktthemen nicht die erforderlichen Mittel zur Veröffentlichung auftreiben konnte, wurde der Weg des Autorenverlages beschritten. Der Verein kaufte eine handliche A4-Druckmaschine. Doch wo sollte diese drucken? So fand die TAK Platz und Raum im Rahmen des Projektes UTOPIA in Wilten. Erste Bücher wurden gesetzt, layoutiert, gedruckt, gebunden und als Bücher auf den Markt gebracht – alles in händischer Kleinstarbeit – und jenseits strahlender Erstveröffentlichungen. „Knast“, das erschütternde Buch aus dem Innsbrucker Ziegelstadl, war die Erstpublikation. „Vergessliche Reiter“ von Helmuth Schönauer, ein humoristisch-kritischer Gedichtband auf die Wahl Kurt Waldheims zum Staatspräsidenten, folgte auf dem Fuß. 

Wille und Durchsetzungsvermögen hatten obsiegt: Buchumschläge in Ko-Produktion mit der Siebdruckerei von Cunst & Co, Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Team Utopia1, Publikationen und Drucke mit und für die Grüne Bildungswerkstatt, das Büchlein „Ich sage nichts mehr ohne meine Anwältin“ der „Autonomen schreibenden Frauen“. Bis zum heutigen Tag erscheinen alljährlich 2-4 Bücher in der TAK. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Initiativen ist geblieben: mit Autor*innen des Turmbundes, mit 37 komma 8, mit Cognak & Biskotten, mit Pro Vita Alpina & dem Freistaat Burgstein, mit der IG Autor*innen Tirol, mit der TKI … 

Wie in zahlreichen Büchern vermerkt, gilt bis heute: „TAK ist klein, persönlich und lebenslustig. Unsere Schriftsteller*innen schreiben für jene Leser*innen, die das Land noch nicht aufgegeben haben. Wenn dereinst der große Fetzen über das Land wischt, wird die Literatur übrig bleiben, damit sich die Leute an ihr wieder aufrichten können. Heschö“

2017, im 30igsten Jahr, besteht die TAK - Tiroler  Autorinnen und Autoren Kooperative, dank dem nun über 20jährigen Engagement ihrer Verlagsleiterin, noch immer. Der Fokus hat sich vom Sozialarbeiter weg, hin zum literarisch hochwertig publizierenden Verlag auf immer noch gemeinnütziger Vereinsbasis, gelegt. Dem gesellschaftspolitisch-kritischen Anspruch als Verlagslinie ist die TAK treu geblieben. Ihre Verlagsautor*innen wurden mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. 

Verlagsleitungen seit der Gründung: Hubert Auer (1987-1993), Robert Renk (1993-1997), Denise Weiler (1997 bis heute)


Im Focus

Innsbrucker Autor/innen Kollektiv - Verein 37.8 - Editon Löwenzahn - Captain Book - Literaturhaus am Inn