Isaiah

Line Up:

Gerd Raabe
Gesang, Flöte, Gitarre, Percussion, Komposition, Text

Edu Weber
Lead Gitarre, Mundharmonika, Komposition

Hans Gasser
Bassgitarre

Walter Reschauer
Schlagzeug, Percussion

Hubertus Nolte
Piano, Fender Rhodes, Keyboards

Mike Bornhorst
Saxophon, Klarinette

Isaiah formierte sich 1970. Fast alle Bandmitglieder waren der Universität wegen in die Studentenstadt Innsbruck gezogen. Vorerst gründete sich Isaiah als Quartett. Gründungsmitglieder waren Mastermind und Sänger Gerd Raabe, Gitarrist Edu Weber, Drummer Walter Reschauer sowie Bassist Hans Gasser, dessen Bruder Jörg kurz darauf mit der Hammond Orgel zur Band stieß. Der Name „Isaiah“ ist weniger eine biblische Anspielung als vielmehr ein Verweis auf ein Gedicht Leonard Cohens. Propheten einer neuen Musikrichtung waren sie dennoch. 

Hans Gasser spielte vor der Gründung der Band bei den Innsbrucker Progressiv-Pionieren von Spurius Forum, Raabe und Reschauer zusammen bei der Linzer Band Alligators. Veröffentlicht wurde aber von keiner der beiden Combos. Auf Grund ihrer Instrumente, vor allem wegen Sänger Raabe an der Querflöte und Gitarre, orientierten sich die jungen Musiker an Bands wie Jethro Tull, den Animals oder Genesis. Die Musiker probten viel und fleißig, nahmen daneben Unterricht an der Innsbrucker Musikschule und entwickelten sich schnell weiter. 1972 folgte der erste öffentliche Auftritt im Stadtsaal Innsbruck, damals die einzig mietbare Konzerthalle mittlerer Größe der Stadt. Das Programm beinhaltete auch damals schon fast nur Eigenkompositionen, gerade mal eine Jimi-Hendrix-Coverversion wurde regelmäßig zum Besten gegeben. Aber nicht nur das Repertoire, auch die Band vergrößerte sich. Hubertus Nolte (aus Dortmund) und Mike Bornhorst (aus Ohio, USA), die ebenfalls zu Studienzwecken in Innsbruck lebten, verstärkten fortan die Gruppe an Keyboards und Saxophon. 

Auch stilistisch wurde die Band immer vielseitiger. Man tingelte gekonnt zwischen Bluesrock, Jazzrock und epischen Progressive Rock-Elementen, unterstützt und stets getragen von der starken und markanten Stimme des Leadsängers Gerd Raabe.   

Die Band war schwer zu kategorisieren, sprach aber durch ihren eigenwilligen Stilmix Musikliebhaber verschiedener Genres an. Über Kontakte zu einem österreichweit tätigen Konzertveranstalter in Raabes Heimatstadt Linz gelang es der jungen Gruppe im April 73 als Support bei zwei Konzerten der englischen Band Man aufzutreten. Die Fanbase wuchs, bald folgte ein erster Fernsehauftritt in Peter Rapps Rate- und Musikshow "Wer Weiß Mehr?" an der Seite anderer Tiroler Bands wie Abu El Mot und Fennymore. Man besaß auch eine eigene Soundanlage, die unerlässlich für das Spielen von Konzerten war. Vorbesitzer waren Pink Floyd, die die Boxen an Eela Craig verkauften, die sie schließlich an Isaiah abtraten. Es kam zu einer weiteren Support-Tournee. Als Opener für die weltberühmten Nazareth spielten Isaiah im September 1974 in Linz, Wien, Innsbruck und Wiener Neustadt. Die Konzerte waren ein voller Erfolg, was das Angebot der Plattenfirma CBS, eine LP aufzunehmen, zur Folge hatte. 

Innerhalb des kurzen Zeitraums von zwei Tagen wurde unter der Regie des erfahrenen Schweizer Produzenten Jean-Pierre Wuttke 1975 das Debütalbum der Band im Studio des Wiener Konzerthauses aufgenommen. Mitspracherecht über die finalen Versionen der Songs oder gar die Gestaltung des Covers gab es für die Band nicht. CBS entschied alles über die Köpfe der Musiker hinweg, investierte aber trotzdem nur wenig in die Bewerbung des Albums. Auch die vom Label organisierte Promotour war mittelmäßig erfolgreich, standen dabei doch neben vollen Konzerträumen auch Auftritte in Kuhdörfern wie Elixhausen vor 20 Besuchern am Programm. Immerhin schafften Isaiah den Sprung über die Grenze, wenn auch nur nach Bayern und Südtirol. Die Live-Show der Band überzeugte. Meist nicht unter zwei Stunden Länge dehnte sich der Spannungsbogen quer durch das breite stilistische Repertoire, wurde durch Dia-Projektionen untermalt, auch beglückte man die Konzertbesucher ab und an mit kopierten Textblättern, denn man hatte ja was zu sagen. Ein zweiter TV-Auftritt, wieder bei Peter Rapp, diesmal in seiner legendären Sendung "Spotlight", folgte. Obwohl verschiedene Konzertagenturen Pläne mit der Band hatten, zerschlugen sich sämtliche internationale Ambitionen. Es kam weder zur bereits gesicherten Deutschland-Tour noch zu einer von einem amerikanischen Manager versprochenen US-Tournee. 

Auch musikalisch war man durch den Vertrag an das Majorlabel gebunden, was dann schlussendlich das Ende der Band einläutete. Die Demos für das zweite Album wurden von der Plattenfirma als zu schräg und verschroben sowie zu wenig poppig zurückgewiesen, gleichzeitig wollte man Sänger Raabe am liebsten zur Wiener Band Acid rund um den späteren Falco-Produzenten Peter Ponger transferieren. Die Band wollte nicht von ihrer Vorstellung der Musik abrücken und sich nicht den stilistischen Vorgaben der Plattenindustrie beugen. 1977 beendeten die Musiker dann nicht nur ihr Studium, sondern lösten auch die Band auf.